HISTORY

DIE FRÜHEN JAHRE


Die Wurzeln von MACBETH reichen bis in die Schulzeit zurück. Ralf Klein und Hanjo Papst gründeten bereits damals in Erfurt gemeinsam eine Band. 1985 erfolgte die Umbenennung in MACBETH – und damit beginnt für die Band bis heute die eigentliche Zeitrechnung.

MACBETH gehörte zu den ersten Heavy-Metal-Bands der DDR. Auch der Osten war längst vom weltweiten Metal-Fieber erfasst – und die Band traf den Nerv einer Generation, die nach harter Musik und einem eigenen Lebensgefühl suchte.

Zunächst noch als Vierer unterwegs, kam im Herbst ein zweiter Gitarrist hinzu. Die ersten Konzerte spielte MACBETH noch ohne die damals vorgeschriebene Spielerlaubnis. Kurz nach der offiziellen Einstufung wechselte der Sänger. Mit Detlef Wittenburg fand die Band einen charismatischen Frontmann, der entscheidend zum wachsenden Erfolg beitrug.

MACBETH tourte unermüdlich durch die DDR. Obwohl zunehmend Konzerte abgesagt wurden, reisten immer mehr Fans der Band hinterher – und genau das bereitete den Behörden zunehmend Kopfschmerzen.

DER ERFURTER STADTGARTEN UND DAS SPIELVERBOT


Der Wendepunkt kam im Herbst 1986 beim legendären Konzert im Erfurter Stadtgarten. Der Saal war brechend voll, vor der Tür warteten noch Hunderte Fans. Mitarbeiter der Staatssicherheit beobachteten das Geschehen vom Rang aus. Wegen der Enge drohte die Stimmung zeitweise außer Kontrolle zu geraten, und die Band versuchte mehrfach, das Publikum zu beruhigen.

Am Ende des Konzerts erschien die Polizei im Backstagebereich und untersagte eine weitere Zugabe. Auf dem Heimweg der Fans kam es anschließend zu zahlreichen sogenannten „Ausschreitungen“.

Damit war das vorläufige Ende von MACBETH besiegelt. Auf höchster Ebene wurde ein Spielverbot auf unbestimmte Zeit verhängt. Doch dabei blieb es nicht. Dem Band-Lkw wurde die Zulassung entzogen, der Proberaum gekündigt und die Räumung angedroht. Hinzu kamen Bußgelder und schließlich ein Schuldenberg von rund 25.000 Mark.

Auch personell zerfiel die Band. Der Schlagzeuger wechselte zu Blitzz, der Bassist stellte einen Ausreiseantrag und einer der Gitarristen wurde zur Armee eingezogen.

Im Frühjahr 1987 war die Besetzung wieder komplett. Unter der Auflage, den Namen MACBETH abzulegen, machte die Band schließlich als CAIMAN weiter.

1988 wurde Detlef Wittenburg wegen einer Bagatelle zu mehr als einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Band spielte fortan zu viert. Ein Versuch mit einem neuen Sänger wurde nach wenigen Monaten wieder aufgegeben. Bis zur Wende konnte CAIMAN schließlich relativ unbehelligt durch die DDR touren.

TRAGISCHE WENDEPUNKTE


1989 kam Wittenburg aus dem Gefängnis. Die Band bot ihm an zurückzukehren, doch die Ereignisse zur Wendezeit überschlugen sich. Bassist und Schlagzeuger gingen in den Westen. Mit Unterstützung der Band Rochus spielte CAIMAN noch zwei letzte Konzerte. Beim vorletzten Auftritt in Erfurt stand auch Wittenburg noch einmal mit auf der Bühne.

Es sollte sein letzter Auftritt sein.

Im Dezember 1989 nahm er sich im Erfurter Steigerwald das Leben. Die Band löste sich endgültig auf.

Im Frühjahr 1993 wagte MACBETH einen Neuanfang. Das erste Konzert in Sondershausen war brechend voll und zeigte, dass die Band bei ihren Fans nicht vergessen war. Nach weiteren Auftritten wurde jedoch schnell deutlich, dass sich die Zeiten geändert hatten. MACBETH zog sich zunächst zurück, um an neuem Material zu arbeiten.

1995 folgte der nächste schwere Schlag. Der Schlagzeuger Rico nahm sich in Frankfurt am Main das Leben.

Danach war an MACBETH für lange Zeit nicht mehr zu denken. Zu tief saßen die Ereignisse der vergangenen Jahre. Was einmal mit der gemeinsamen Liebe zur Musik begonnen hatte, war inzwischen untrennbar mit Schmerz und Verlust verbunden, die erst einmal verarbeitet werden mussten.

NEUBEGINN


Fast ein Jahrzehnt verging, ehe MACBETH wieder auf die Bühne zurückkehrte. Ganz verschwunden war die Band jedoch nie. Unter Fans kursierten alte Tapes und Aufnahmen, und auch die Demo-CD von 2003 war schnell vergriffen.

Ab 2004 war MACBETH wieder live zu sehen. 2006 erschien schließlich das selbstbetitelte Debütalbum MACBETH, das zahlreiche positive Reaktionen hervorrief.

2008 begann ein neues Kapitel. Mit Alexander Kopp an der Gitarre und Patrick W. Engel am Schlagzeug erhielt die Band neuen musikalischen Schub und beschloss, noch einmal richtig durchzustarten. Eine im selben Jahr veröffentlichte Demo-CD ließ bereits erkennen, wohin die Reise gehen sollte: härter, druckvoller und abwechslungsreicher.

Am 19. Februar 2009 unterschrieb MACBETH einen Plattenvertrag bei Massacre Records. Am 24. Juli erschien GOTTESKRIEGER, dessen Resonanz die des Debüts noch einmal deutlich übertraf.

Anfang 2010 übernahm Simon Mengs das Schlagzeug von Patrick W. Engel, der sich aufgrund seiner Arbeit als Musikproduzent zunehmend auf die Arbeit hinter den Reglern konzentrierte.

Im September 2012 folgte WIEDERGÄNGER, erneut produziert von Patrick W. Engel. Im Frühjahr 2014 verließ Simon Mengs die Band; seitdem sitzt Steffen Adolf bei MACBETH am Schlagzeug. Damit fand MACBETH die bis heute konstanteste Besetzung der Bandgeschichte.

2015 erschien mit IMPERIUM das nächste Kapitel der Bandgeschichte.

Einen besonderen Meilenstein erreichte MACBETH im April 2020: Das fünfte Studioalbum GEDANKENWÄCHTER stieg auf Platz 49 der offiziellen deutschen Albumcharts ein. Seitdem ist MACBETH vor allem das geblieben, was die Band von Anfang an ausgemacht hat: eine Liveband. Zahlreiche Konzerte führten die Band in den vergangenen Jahren auf die unterschiedlichsten Bühnen. Mehr als vier Jahrzehnte nach den ersten Proben in Erfurt ist die Geschichte noch immer nicht zu Ende.

MACBETH arbeitet an neuem Material.


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